Colombo

File 291Die Hauptstadt Sri Lankas ist mit ihren etwas über 680.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes. Zählt man die Vororte hinzu, sind es um die 2 Mio. Menschen die in ihrem Umkreis leben. Colombo ist dadurch eine überfüllte und hektische Metropole. Doch es gibt auch Ruhepole. Denn die Stadt ist unglaublich vielseitig – sie ist gewissermaßen ein Konglomerat aus verschiedenen Stadtteilen, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat. Genauso wie Elendsviertel gibt es hier noble Wohngegenden, neben Wolkenkratzern wie beispielsweise dem World Trade Center Colombo stehen kleine buddhistische Tempel, es gibt koloniale und moderne Architektur gleichermaßen und in unmittelbarer Nähe zu bestaunen. Wie es für aufstrebende asiatische Metropolen so typisch ist, treffen Tradition und Moderne in unerwarteten Kombinationen aufeinander und hinterlassen einen tiefen Eindruck beim Besucher aus Europa.

File 149Über den Name der Stadt gibt es bis heute Uneinigkeiten unter Wissenschaftlern. Im Singhalesischen gibt es den Begriff „Kolamba“, was nichts anderes als „Hafen“ bedeutet. Bereits seit dem 5. Jahrhundert war Colombo als Hafenstadt bekannt und seit jeher hatte sie den Status eines wirtschaftlichen Zentrums des Landes. Einige Historiker betonen jedoch, dass die Stadt den Namen erst von den Portugiesen erhielt, die Colombo 16. Jahrhundert in Besitz nahmen. Klar ist, auch unter den Portugiesen war die Stadt wichtiges Handelszentrum, in dessen Mittelpunkt lange Zeit der Zimt stand. Nach den Portugiesen kamen die Niederländer (1656) und später die Briten (1802), die dann Sri Lanka zur Kronkolonie mit der Hauptstadt Colombo machten. Den Status als Hauptstadt hat Colombo auch nach der Unabhänigkeit und bis heute beibehalten. Seit 1982 befindet sich jedoch der Regierungssitz des Landes im nahe gelegenen Sri Jayawardenepura.

Colombo ist das Wirtschaftszentrum des Landes und mit dem internationalen Flughafen gleichzeitig der Ausgangspunkt aller Touristen, um das Land zu bereisen. Wegen der geringen Größe der südasiatischen Insel sind alle wichtigen Orte nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt.

In Colombo selbst gibt es jedoch eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die sich der Urlauber auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Viele Gebäude zeigen das kolonialistische Erbe. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der Uhrenturm von 1857, der einst als Leuchtturm diente. Der Amtssitz des Ministerpräsidenten sowie das große Postamt sind ebenfalls in repräsentativem Kolonialstil errichtet.
Sehenswerte Stadtteile sind das Fortviertel (Colombo Fort) im alten Stadtkern von Colombo und die Pettah. Das ehemals holländische Fort ist bis heute hauptsächlich von britischen Kolonialgebäuden geprägt und ein lebendiges Viertel voller Geschäfte. Auch die Pettah wurde von den Niederländern und den Portugiesen bewohnt, heute sind vor allem Menschen mit tamilischen und arabischen Vorfahren hier beheimatet. In den quirligen Gassen und Bazaren geht es fast orientalisch zu, es gibt die große Jami-Ul-Afar-Jumma-Moschee sowie einen großen Hindu-Tempel zu besichtigen. Spannend ist außerdem das Dutch Period Museum, das über das Leben der Kolonialholländer berichtet.

File 152Die wohlhabende Bevölkerung Colombos wohnt vorrangig in einem Viertel namens Cinnamon Garden, in welchem man entspannt durch hübsch angelegte Parks und elegante Straßen schlendern kann. Das architektonisches Highlight ist das in diesem Stadtteil gelegene Rathaus Colombos, das auch Independence Hall genannt wird. Es wurde in den 1940er Jahren nach dem Vorbild des Kapitols in Washington erbaut. Nicht weniger interessant ist das prachtvolle weiße Gebäude im Kolonialstil, in dem heute das Nationalmuseum von Colombo untergebracht ist. Hier erfährt man Wissenswertes zur Geschichte und Bevölkerung des Landes, unzählige Funde und Kunstgegenstände veranschaulichen die dargestellten Informationen.

Sehenswert ist das auch das einst holländische Wolfendahl-Viertel mit der Wolfendahl-Kirche. Es ist das besterhaltene holländisch-reformierte Gotteshaus Sri Lankas.