Geschichte

 

 Jahr Ereignis
500. v. Chr. Nach Sri Lanka wandern Bauern aus Südindien ein, desweiteren besiedeln Singhalesen aus Nordindien die Insel.
 250 v. Chr. Die Anuradhapura-Periode ist als die politische und religiöse Blütezeit des Landes zu bezeichnen. Die Insel hat Handelskontakte in ganz Asien, Anuradhapura ist bis in 11. Jahrhundert hinein die Hauptstadt des singhalesischen Königreiches.
Auch geht der Buddhismus auf der Insel auf dieses Jahr zurück. Der Legende nach wird auf dem Missaka-Berg bei Mihintale König Devanampiya Tissa von einem indischen Mönch namens Mahinda zum Buddhismus bekehrt. Daraufhin erklärte der König den Buddhismus zur Staatsreligion.
1. Jahrhundert Griechische Seefahrer erreichen die Insel. Mehr als 50 Orte werden vom Mathematiker und Geografen Claudius Ptolomäus beschrieben
 5. Jahrhundert Es entsteht die Felsenfestung von Sigiriya.
 10. Jahrhundert Die Chola-Dynastie erobert ganz Sri Lanka, neue Hauptstadt des Königreiches wird Polonnaruwa.
 16. Jahrhundert Die Portugiesen erreichen die Insel, die sie Ceilao nennen, und errichten damit eine wichtige Handelsniederlassung. Sie kontrollieren vor allem die Küstengebiete.
 um 1640 Die Portugiesen werden von den Holländern vertrieben. Unter deren Regentschaft blüht der Handel mit Gewürzen.
 1802 Die Briten erobern wichtige Hafenstädte, die Insel erhält den Status einer Kronkolonie des British Empire und heißt nun offiziell British Crown Colony of Ceylon. Die Plantagenwirtschaft, vor allem Tee, Kaffee und Kautschuk, wird stark ausgebaut.
 1815 Die Stadt Kandy wird von den Engländern erobert und damit wird Ceylon endgültig britisch. König Shirivikramarashasimha wird abgesetzt, die Engländer garantieren dafür die Beibehaltung des Verwaltungssystems sowie den Schutz des Buddhismus im Land.
 1817-1819 Aufstand der Singhalesen, der von den Briten jedoch gewaltsam niedergeschlagen wird.
 1819 Kandy wird Hauptstadt des südasiatischen Staates, der sich nun Ceylons nennt.
 1931 Alle Einwohner des Landes bekommen das allgemeine Wahlrecht.
 1939-1945 Im Zweiten Weltkrieg nutzen die Engländer einige Häfen Ceylons als wichtige Stützpunkte. Diese werden 1942 von den Japanern aus der Luft angegriffen.
 1948 Ceylon wird unabhängig und Teil des Britischen Commonwealth, erster Ministerpräsident ist Don Stephen Senanayake. Dieser kümmert sich erfolgreich um den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes. Außerdem werden Religion und Staat von nun an konsequent getrennt. Weitere Veränderungen: Senanayake entzieht den Tamilen das Wahlrecht und die Staatsbürgerschaft, was sie zu Bürgern zweiter Klasse macht. Zusätzlich wird Sinhala zur alleinigen Landessprache ernannt.
 1950 Der Colombo-Plan wird beschlossen. Dieser bestimmt die Gelder, die von verschiedenen Staaten an Ceylon gezahlt werden.
 1960 Ceylon hat mit Sirimavo Bandaranaike den ersten weiblichen Premier der Welt.
 1970 Die wiedergewählte Regierungschefin beschließt eine Verfassungsreform, die zwei Jahre später in Kraft tritt. Aus Ceylon wird nun die Demokratisch-Sozialistische Republik Sri Lanka. In der Wirtschaft finden vor allem Verstaatlichungen statt.
 1976 Wachsende Spannungen zwischen Tamilen und Singhalesen. Die Tamilen fordern erstmals einen eigenen Staat und es bildet sich die „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ (LTTE).
 1978 Junius Richard Jayawardene führt ein Präsidielsystem anch französischem Vorbild ein und wird damit zum Staatspräsident. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Ramasinghe Premadasa werden die Verstaatlichungen der Vorgängerin rückgängig gemacht: Freihandelszonen werden eingerichtet.
 1983 Singhalesische Einrichtungen werden von Tamilen angegriffen, der anwachsende Konflikt fordert bereits zehntausende Tote.
 1995 Nach Friedensgesprächen zwischen den beiden Gruppierungen wird unter Präsidentin Chandrika Kumaratunga ein erster Waffenstillstand beschlossen. Dieser wird jedoch bereits drei Monate später wieder gebrochen.
 1998 Das größte buddhistische Heiligtum Sri Lankas, der Zahntempel von Kandy, wird bei einem Bombenattentat beschädigt, acht Menschen werden getötet. Als verantwortlich wird die LTTE gemacht.
 2002 Es finden offizielle Friedensverhandlungen unter der Vermittlung von Norwegen statt. Die tamilische LTTE und die sri-lankische Regierung vereinbaren einen Waffenstillstand. In den Friedensgesprächen verzichtet die LTTE erstmals auf einen unabhängigen Staat, während die Regierung Sri Lankas verspricht, sich für eine föderale Struktur der Tamilengebiete einzusetzen. Außerdem wird das Verbot der Tamil Tigers aufgehoben.
 2004 Präsidentin Kumaratunga löst im Februar das Parlament auf und ordnet Neuwahlen an, aus denen sie als Siegerin hervorgeht. Zum ersten Mal in der Geschichte kandidieren buddhistische Mönche bei den Parlamentswahlen, sie gewinnen neun Sitze für ihre Partei. Mit der Verfassungsklage dieser Partei gelingt es, eine längere Amtszeit der Präsidentin zu verhindern.
 2004 Am 26. Dezember reißt der gewaltige Tsunami viele Menschenleben und große Teile der Küstenorte mit sich. Etwa 360.000 Menschen sterben, über eine halbe Million Menschen werden obdachlos aufgrund der Katastrophe, die ein Seebeben im Indischen Ozean ausgelöst hatte. Weltweit wird eine große Hilfs- und Spendenbereitschaft für Sri Lanka deutlich. Von tamilischer Seite kommt jedoch der Vorwurf, die Regierung habe die singhalesische Bevölkerung bei der Hilfe und den Entschädigungen bevorzugt.
2005 Im August wird der Außenminister Laksham Kadirgamar in seiner Villa ermordet. Die Täter werden nicht gefunden, die LTTE – als deren Gegner sich Kadirgamar stets bekannte – bestreitet vehement die Täterschaft. Der Bürgerkrieg bricht erneut aus.
2009 Präsident Mahina Rajapaksa erklärt am 16. Mai die LTTE offiziell für besiegt und den Bürgerkrieg nach langen 26 Jahren für beendet. Die wichtigsten Anführer der LTTW werden bei der Flucht vor Regierungstruppen von einer Sondereinheit erschossen. Dies wird von der Armee Sri Lankas bestätigt.
2010 Rajapakse wird bei Neuwahlen in seinem Amt bestätigt, als neuer Premierminister wird D. M. Jayaratne verteidigt. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Wahlen manipuliert zu haben.