Filme

Die Filmindustrie Sri Lankas hat es schwer, mit der erfolgreichen Filmproduktion Indiens mitzuhalten, die jährlich eine ungeheure Menge an Kinofilmen produziert. Tatsächlich sind vor allem die Bollywood-Filme in Sri Lanka sehr populär. Doch auch in Sri Lanka gibt es einige gute Filmemacher, Regisseure und Schauspieler. Die Filme sind meistens auf Sinhala und sind selbstverständlich von den klassischen Hindi-Filmen beeinflusst. Jedoch sind diese häufig weniger fröhlich, sondern behandeln Themen wie den Bürgerkrieg und gesellschaftliche Schranken. Im Folgenden werden einige Filmklassiker – chronologisch nach ihrem Erscheinen – vorgestellt.
 

Sujatha von K. Gunaratnam
(1953) Dieser erfolgreiche Film beeinflusste das Kino Sri Lankas für die nächsten Jahrzehnte. Er behandelt das Leben von Sujatha, die sich nach dem Tod der Mutter um ihre jüngere Schwester Prema kümmern muss. Prema jedoch wird von einem Schürzenjäger namens Wickie verführt und das Chaos nimmt seinen Lauf. Zum Glück ist da auch noch der liebevolle Arzt Nihal, der sich der beiden Schwestern annimmt und sich in Sujatha verliebt. Ein aufwändig produziertes Musical mit ausgezeichneten Schauspielern (u.a. Florida Jayalath, Prem Jayanth, Shanthi Lekha und Dommie Jayawardena).
 

The Treasure von Lester James Peries
(1972) Um einen versteckten Schatz zu erhalten, nimmt ein Mann einen Mord in Kauf. Das ist stark verkürzt dargestellt die Handlung dieses Films, der im Original Nidhanaya heißt. Er spielt im von der britischen Kolonialmacht regierten Ceylon. Willy Abenayake (dargestellt von Gamini Fonseka) ist Mitglied einer reichen Familie und sehr abergläubisch. Als er ein Manuskript findet, welches von einem Schatz in einer Felsenhöhle berichtet, will er alles tun, um an diese Kostbarkeit zu gelangen. Er heiratet eine junge Frau (gespielt von Malini Fonseka) und opfert sie am Ende, findet aber den besagten Schatz nicht. Diese Tatsache treibt Abenayake in den Wahnsinn und lässt ihn an der Richtigkeit seines Handelns zweifeln. The Treasure wurde zum besten Film aus den ersten 50 Jahren des Kinos in Sri Lanka gewählt.
 

Gehenu Lamai von Sumitra Peries
(1978) Das Drama aus Sri Lanka erzählt die Geschichte von Kusum (dargestellt von Vasanthi Chathurani) und Nimal (dargestellt von Ajith Jinadasa). Die junge Kusum hat lange Zeit für die Familie Nimals gearbeitet und so ihre Kindheit mit ihm verbracht. Die gewaltigen Klassenunterschiede stellen sich als unüberbrückbar dar, obwohl die Liebe diese Grenzen selbstverständlich nicht kennt. Die Schwester Nimals lebt unterdessen ein Leben fernab der Traditionen, nimmt an Schönheitswettbewerben teil und wird letztlich unverheiratet schwanger. So behandelt der Film vor allem Themen wie Standesunterschiede, Tradition und Moderne, Schuld und gesellschaftliche Schranken.
 

Death on a Full Moon Day von Prasanna Vithanage
(1997) Dieser Spielfilm (im Original: Pura Handa Kaluwara) thematisiert einfühlsam den Bürgerkrieg Sri Lankas. Der erblindete Bauer Vannihamy – ausgezeichnet dargestellt von Joe Abeywickrama – lebt im Norden Sri Lankas und trauert um seinen Sohn, der in diesem lang andauernden Krieg sein Leben lassen musste. Doch die vom Staat versprochene Entschädigungszahlung will Vannihamy nicht annehmen, obwohl die Familie das Geld dringend nötig hätte. Der blinde Mann glaubt nicht an den Tod seines Sohnes und möchte außerdem nicht vom Sterben profitieren. Einfühlsam beschreibt der Film, wie weit entfernt der Bürgerkrieg für die Bewohner dieser Dörfer im Norden des Landes ist. Dank ruhigen Bildern, wenig musikalischer Untermalung und insgesamt sparsamer Produktion ist das Drama ein Meisterwerk des neo-realistischen Filmgenres.
 

The Forsaken Land von Vimukthi Jayasundara
(2005) Bei den Cannes Filmfestspielen 2005 wurde dieses Drama aus Sri Lanka mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Es erzählt aus dem Bürgerkrieg des Landes und dies, ohne eigentliche Geschichten zu erzählen. Da gibt es den Soldaten, der einen Fremden tötet und sich schuldig fühlt, da gibt es die jungen Frauen, die miteinander im Zwist stehen und da gibt es das kleine Mädchen, das sich fragt, ob es je erwachsen werden wird. Eigentlich passiert nicht viel mehr in diesem Film. Und irgendwie passiert doch jede Menge. Die interessanten Charaktere der Figuren werden hervorragend gespielt (u.a. Kaushalaya Fernando, Nilupili Jayawardena, Hemasiri Liyanage, Saumya Liyanage und Pumudika Sapurni Peiris) und viele Handlungsstränge und –motivationen bleiben im Verborgenen. Ein geheimnisschweres und eindrucksvolles Drama, das nicht ohne Grund auf Deutsch den Titel „Trügerische Stille“ trägt.
 

Spiel der Träume von Uberto Pasolini
(2009) Diese Komödie des italienischen Regisseurs Uberto Pasolini spielt in Sri Lanka und Deutschland und wurde auch in beiden Ländern gedreht. Zunächst taucht der Zuschauer in das Leben von Manoj (dargestellt von Gihan De Chickera) und seinen Freunden (u.a. Dharmapriya Dias) im Slum Colombos ein. Die Freunde werden eingeladen, an einem Handball-Turnier in Bayern teilzunehmen. Obwohl sie keine Ahnung von dieser Sportart haben, gelingt es ihnen, ein Handballteam zu gründen, mit dem sie nach Deutschland reisen. Das Leben im Slum, geprägt von Kriminalität und Schulden, wird bald abgelöst von Behördengängen und einem Weg durch das Labyrinth der Bürokratie. Skurril und unterhaltsam präsentiert sich dieser Film, der deutlich zeigt, wie schwer es sein kann, in den goldenen Westen einzureisen. Nach einer wahren Begebenheit!
 

Sinhawalokanaya - The Cricket Film von Suneth Malinga Lokuhewa
(2011) Auch dieser Film beschäftigt sich mit Sport: Cricket ist das große Thema dieses action-reichen Spielfilms und doch geht es um sehr viel mehr. Das Drama erzählt von jungen Menschen im Jahr 1947, die von einer Gruppe Engländer zu einem Cricketturnier aufgefordert werden. Die jungen Singhalesen werden von den Engländern geschlagen, doch dank einer Zeitreise in die Zukunft gelingt der Jugend eine Revenche. Ein antikolonialistischer Film, der auf unterhaltsame Weise mit der Geschichte „abrechnet“. Er erinnert stark an den Cricket-Film „Lagaan“ aus Indien.